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Wolfram Nicolai – Der Anhängerdoktor aus Obergoseln / (Supertrabi Jubiläumsausgabe 100 / 04-2020, von Olaf Seifert)

Ein modernes Auto hält gewöhnlich zehn, zwölf Jahre, ein Hänger freilich oft viele Jahrzehnte. Darum gibt es noch erstaunlich viele Anhänger aus DDR-Zeiten, aber wenige Unterlagen darüber. Heißt für Wolfram Nicolai und seine fünf Mitarbeiter, Ersatzteile – und die gibt es im Handel kaum noch – nachzubauen. Die Fa. Tegeder ist seit Gründung 2009 erfolgreich im Ersatzteilhandel für Anhängerkomponenten tätig. Konkret wurden bisher Auflaufeinrichtungen, Achsen und Einzelteile international vertrieben. Nicht nur weil das Unternehmen im mittelsächsischen Obergoseln zu Hause ist, auch sonst fühlt man sich Anhängern aus dem Osten besonders verbunden.

Afrikaner, Nicolaner,
Trabantianer

Das hat mit Wolfram Nicolai’s Biografie zu tun. Der 69-Jährige ist auf einem Bauernhof im winzigen Obergoseln, einem Ortsteil der Gemeinde Großweitzschen bei Döbeln, aufgewachsen. 1956 zog die Familie in den Westen, nach Schwaben, da war der Junge sechs.
In Bad Wimpfen lernte er Kfz-Mechaniker und arbeitete dann als Maschinen-Steiger untertage, in einem Salzbergwerk in Heilbronn. Techniker mit Leib und Seele, umtriebig und immer neugierig, verschlug es ihn ins damalige Zaire, die heutige Demokratische Republik Kongo. In der Provinz Katanga arbeitete Nicolai als Logistiker da, wo Trägerraketen mit Kleinstsatelliten in den Orbit geschossen wurden. „Mit den Wetter-, TV- oder Telefonsatelliten hatte ich wenig zu tun, ich war fürs angegliederte Schotterwerk verantwortlich”, erzählt er und erfüllte sich 2015 noch mal einen afrikanischen Traum, als er einen Sowjet-Doppeldecker AN 2 von Deutschland ans Kap fliegen durfte; ein MDR-Reporter drehte seinerzeit einen Film darüber.
Zu Beginn der 1980er-Jahre zog es Wolfram Nicolai zurück nach Baden-Württemberg. Er arbeitete für ein Unternehmen, das Auflaufeinrichtungen und Achsen für Anhänger baute, machte sich 1983 in der Branche selbstständig. Aus dieser Firma wurde 1987 die “Nico Fahrzeugteile GmbH”.
Anfang der Neunziger dann der Umzug in den Osten. Warum? „,Seines Vaters Haus verkauft man nicht’, riet mir einst ein holländischer Pater. Was also tun mit einem verfallenen Vierseitenhof in Obergoseln?” Mit seiner Frau verwandelte der Hobbykoch die Ruine ins gemütliche Landhotel „Zum Nicolaner”, weithin geschätzt für lecker-bürgerliche, speziell seine französisch inspirierte Küche. Legendär sind die Afrikawochen, in die Weltenbummler Wolfram und seine in Südafrika geborene und aufgewachsene Frau viel Liebe investieren; Geschmack im wahrsten Wortsinn.

Eine hessisch-sächsische Erfolgsgeschichte

Das Haus läuft, doch einer wie Nicolai braucht wieder und wieder neue Herausforderungen. Darum gibt es seit elf Jahren die Firma Tegeder.

Mit dieser hat er sich 2019 unter das Dach der hessischen Schneider Gruppe begeben. Für den Vertrieb und Vor-Ort-Service wurde Tegeder als Tegeder Servicecenter GmbH neu gegründet. Er kann die Ersatzteilversorgung durch die Rübsam & Co. Metallwaren GmbH & Co. KG nach seinen Wünschen realisieren. Diese existiert bereits seit den 50er-Jahren und stellt seit mehr als 30 Jahren Fahrzeugteile uA für Anhängerfahrwerke her. Die Produktionsfirma der Schneider Gruppe sitzt nahe dem hessischen Hünfeld und stellt mit 100 Mitarbeitern, dank einer erstaunlichen Fertigungstiefe, eine vielfältige Produktpalette von der Schraube bis zum 1,50m Querträger her. Zusätzlich wurde 2019 die R & Co Fahrzeugtechnik GmbH gegründet. Hier belebt er die Ersatzteilentwicklung für Anhängerfahrwerke zusammen mit Geschäftsführer Stefan Schneider neu.

Noch in 2020 ist für die Montage der eigenen Ersatzteilauflaufeinrichtungen und –achsen der Bau einer 800 qm großen Halle vorgesehen.

Die Schneider Gruppe plant für diese Unternehmung zeitnah Neueinstellungen von Fachpersonal in Obergoseln.

Ost-Anhänger sind eine kleine, aber begehrte Nische

2015 müsse das gewesen sein, als ein Trabantfreund aus Zwickau anfragte. Nirgends fand er Teile für seinen HP 450. Schwinge, Gleitrohr für die Auflaufeinrichtung, Handbremshebel, Bremsseilausgleich – Kopfschütteln überall. Anders beim Nicolai, Wolfram. „Innerhalb von zwei Wochen haben wir die gesuchten Sachen entwickelt und herstellen lassen”, erzählt der Tüftler aus der sächsischen Provinz.
Ein paar Tage später klingelte ein Freund des glücklichen Zwickauers an, er brauchte das Gleiche für seinen HP 450. „Da setzten wir das Angebot auf unsere Homepage und bei eBay rein. Mal schauen, ob ’s geht? Anfangs ließen wir knapp 500 Silentbuchsen im Jahr für die Schwinge fertigen, inzwischen sind wir bei über 10.000. Heute umfasst unsere Ersatzliste für DDR-Hänger gut zwanzig Positionen. Die Kunden nehmen es an”, freut sich der 69-Jährige. Gefertigt werden Teile für alle DDR-Anhänger, vom Bastei über den Qek Junior bis zur HP-Serie: 350, 400, 450, 500, 700. Manchmal staunen die „Tegeders” selber, wie die ollen Ossis boomen: Der Qek Junior ist der einzige Wohnwagen, den ein Trike ziehen kann. Die Qeks sind auch darum gefragt ohne Ende, echte Raritäten.
Produkte für Anhänger aus der Ex-DDR machen keine zwei Prozent der Tegeder-Palette aus, am Herzen liegen sie der Firmenmannschaft umso mehr. „Weil wir fünf hier bei Tegeder aus dem Osten stammen”, meint Verkaufsleiter Heiko Däbritz, aufgewachsen in Döbeln, und setzt schmunzelnd hinzu: „Auch wenn der Chef ’ne Weile im Westen war…” Heiko weiß natürlich, dass zum Beispiel die HPs bis 1991 ganz in der Nähe, in Großenhain, gebaut wurden. (Die Firma Stema hat an dem Standort sowie in Ungarn wieder die Anhängerfertigung aufgenommen.)

Online weltweit und persönlich in Obergoseln

Die meisten Ersatzteile kommen online an den Mann, innerhalb Deutschlands wird innerhalb 24 Stunden, europaweit in zwei (Werk-)Tagen geliefert. Dazu gibt es den klassischen Shop in Obergoseln. Neben Ersatzteilen für Auflaufeinrichtungen und Achsen bekommt man hier Kotflügel, Bowdenzüge und Lichttechnik für alle gängigen Anhänger, ­Anhängerkupplungen, Fahrradträger und vieles mehr. Der Werkstattservice reicht von Achsreparaturen über Auflaufeinrichtungen bis zu Hauptuntersuchungen und Anhängerverleih.
Und was nicht am Lager ist? Häufig gehen per Handy oder E-Mail Fotos ein. Könnt Ihr das liefern? Manchmal gleich, oft muss es – namentlich bei den DDR-Anhängern – nachgebaut werden. Aber prinzipiell: Ja!

„Jeder weiß, was zu tun ist. So macht es Spaß.”

Für die Zukunft ist der siebzigjährige Wolfram Nicolai optimistisch: „Ist doch fein, in meinem Alter so ’ne Aufgabe zu haben. Bloß zu Hause sitzen, das kann ich nicht. Und wir sind ein Team, in dem jeder weiß, was zu tun ist. So macht es auch Spaß.” Den Hallenneubau wolle er gerne noch mit bewältigen, die neuen Mitarbeiter heranführen. „In zwei Jahren sollten sie fit sein und um meine Nachfolge ist mir eh nicht bange. Die Schneider Gruppe will langfristig in der Anhängerfahrwerkstechnik tätig sein und meine Leute hier bei Tegeder kennen sich aus. Das läuft weiter hier.”

SuperTrabi-Tegeder-Bericht