Achslast: Wie viel dürfen die Achsen Ihres Anhängers tragen?
Beim Kauf eines Anhängers spielen zahlreiche technische Details eine Rolle, die für die sichere Nutzung entscheidend sind. Eine dieser wichtigen Kennzahlen ist die Achslast. Dieser Blogbeitrag richtet sich an Interessierte, die sich über die Bedeutung der Achslast, deren Ermittlung und die richtigen Beladungstechniken informieren möchten. Die Achslast ist ein zentraler Faktor, der sowohl die Sicherheit als auch die Effizienz der Nutzung eines Anhängers beeinflusst.
Was verbirgt sich hinter dem Begriff Achslast?
Die Achslast beschreibt das Gewicht, das auf die Achse eines Fahrzeugs oder Anhängers drückt und von den Rädern auf die Straße übertragen wird. Sie ist im Fahrzeugschein unter Punkt 7 (technische Achslast) und Punkt 8 (rechtlich zulässige Achslast) angegeben. Die Achslast ist entscheidend für die Fahrsicherheit und Langlebigkeit der Fahrzeugkomponenten. Eine Überlastung der Achse kann zu erhöhtem Verschleiß führen und im schlimmsten Fall einen Achsbruch verursachen, was erhebliche Sicherheitsrisiken birgt.
Technische und rechtliche Achslast
Im Fahrzeugschein sind zwei Arten von Achslasten angegeben: die technische und die rechtlich zulässige Achslast. Die technische Achslast ist die maximale Belastung, die eine Achse unter idealen Bedingungen tragen kann, während die rechtlich zulässige Achslast die gesetzlich festgelegte Grenze darstellt. Es ist wichtig, den geringeren der beiden Werte nicht zu überschreiten, um sowohl technische Schäden als auch rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.
Wie ermittelt man die Achslast?
Die Achslast kann durch zwei Methoden ermittelt werden:
- Berechnung: Addieren Sie das Leergewicht des Anhängers mit der gesamten Zuladung und teilen Sie diesen Wert durch die Anzahl der Achsen. Diese Methode kann fehleranfällig sein, da sie präzise Gewichtsangaben erfordert. Allerdings empfiehlt sich diese Methode, besonders bei wechselnder Beladung, um einen groben Überblick zu erhalten.
- Wiegen: Eine präzisere Methode ist das Wiegen auf einer öffentlichen Waage, zum Beispiel bei Speditionen oder Wertstoffhöfen. Diese Methode bietet genauere Ergebnisse und hilft, Überladung zu vermeiden. Mobile Waagen für den Heimgebrauch sind ebenfalls erhältlich, jedoch oft teuer und für Privatpersonen weniger praktikabel.
Die Rolle der Stützlast bei der Ermittlung der Achslast
Die Stützlast beeinflusst die Achslast, da sie das Gewicht ist, das von der Anhängerkupplung des Zugfahrzeugs getragen wird. Um die tatsächliche Achslast eines Anhängers zu berechnen, muss die Stützlast von der Gesamtmasse des Anhängers abgezogen werden. Das verbleibende Gewicht wird dann gleichmäßig auf die Achsen verteilt. Diese Berechnung ist entscheidend, um eine Überlastung der Achse zu vermeiden und die Sicherheit zu gewährleisten.
Die Bedeutung der Stützlast
Die Stützlast spielt eine entscheidende Rolle für die Stabilität des Anhängers. Eine korrekte Stützlast verbessert die Fahrsicherheit erheblich, da sie das Risiko von Schlingern und Instabilität reduziert.
Wie wird die Stützlast berechnet?
Die gesetzliche Vorschrift besagt, dass die Stützlast mindestens vier Prozent des tatsächlichen Anhängergewichts und mindestens 25 kg betragen muss. Die Berechnung der minimalen Stützlast erfolgt durch Multiplikation des tatsächlichen Anhängergewichts mit 0,04. Eine Stützlastwaage kann zur genauen Messung verwendet werden.
Auswirkungen einer falschen Stützlast
Eine zu niedrige Stützlast kann die Traktion beeinträchtigen, während eine zu hohe Stützlast die Anhängerkupplung überlasten kann. Beide Situationen beeinträchtigen die Fahrsicherheit und können zu Bußgeldern führen.
Zulässige Anhängelast von gebremsten und ungebremsten Anhängern
Beim Thema Anhängelast unterscheidet man zwischen gebremsten und ungebremsten Anhängern. Diese Unterscheidung ist entscheidend, da sie die maximal zulässige Last beeinflusst, die ein Fahrzeug ziehen darf.
Ungebremste Anhänger sind in der Regel kleinere Anhänger ohne eigenes Bremssystem und haben meist eine maximale Anhängelast von bis zu 750 kg. Diese ungebremsten Anhänger sind oft leichter und eignen sich für den Transport von geringeren Lasten wie Gartenabfällen oder kleineren Möbelstücken. Die zulässige ungebremste Anhängelast ist in der Fahrzeugdokumentation unter Punkt O.2 vermerkt.
Gebremste Anhänger hingegen verfügen über ein eigenes Bremssystem, das aktiviert wird, wenn das Zugfahrzeug bremst. Dies erlaubt es, schwerere Lasten sicher zu transportieren. Gebremste Anhänger haben in der Regel eine höhere maximale Anhängelast, die je nach Fahrzeugmodell und Herstellervorgaben zwischen 1.000 kg und 3.500 kg liegen kann. Die zulässige gebremste Anhängelast wird im Fahrzeugschein unter Punkt O.1 angegeben. Eine Überschreitung der zulässigen Anhängelast oder eine fehlerhafte Beladung kann zu Bußgeldern führen und im schlimmsten Fall die Verkehrssicherheit erheblich beeinträchtigen.
Was ist bei der Beladung von Anhängern zu beachten?
Beim Beladen eines Anhängers sind folgende Aspekte von Bedeutung:
- Gleichmäßige Verteilung: Die Last sollte gleichmäßig auf alle Achsen verteilt sein, um einseitige Belastungen zu vermeiden, die zu einem Achsbruch führen könnten. Eine ungleichmäßige Verteilung kann das Fahrverhalten negativ beeinflussen und die Sicherheit des gesamten Gespanns gefährden.
- Einhaltung der Gewichtsgrenzen: Die geringste Angabe von Anhängelast, Stützlast oder Achslast begrenzt die maximale Zuladung. Überschreiten Sie niemals diese Werte, um Bußgelder und Sicherheitsrisiken zu vermeiden. Die Einhaltung dieser Werte ist nicht nur aus rechtlichen Gründen notwendig, sondern schützt auch die Fahrzeugtechnik vor übermäßigem Verschleiß.
Tipps für die richtige Beladung
Um die Achslast optimal auszunutzen und die Fahrsicherheit zu gewährleisten, sollten Sie folgende Tipps befolgen:
- Schwere Gegenstände nach unten: Platzieren Sie schwere Gegenstände möglichst tief und nah an der Achse, um den Schwerpunkt niedrig zu halten und die Stabilität zu erhöhen.
- Gleichmäßige Verteilung: Verteilen Sie die Ladung gleichmäßig über die gesamte Fläche, um eine gleichmäßige Belastung der Achsen zu gewährleisten.
- Kontrolle der Stützlast: Verwenden Sie eine Stützlastwaage, um sicherzustellen, dass die Stützlast der Anhängerkupplung im optimalen Bereich liegt.
- Regelmäßige Überprüfung: Kontrollieren Sie regelmäßig die Gewichtsverteilung und passen Sie die Beladung entsprechend an.
Rechtliche Strafen und Bußgelder
Das Überschreiten der zulässigen Achslast bzw. Anhängelast kann schwerwiegende rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. In Deutschland wird eine Überschreitung der Lasten als Verstoß gegen die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) gewertet und zieht Strafen nach sich. Die Höhe der Bußgelder ist abhängig von der prozentualen Überschreitung der zulässigen Achslast.
- Bußgelder: Diese können zwischen 30 € und 425 € variieren. Eine Überschreitung von mehr als 5 % führt zu einem Punkt in Flensburg.
- Fahrverbot: In Fällen erheblicher Überladung kann die Weiterfahrt untersagt werden, bis die Lasten entsprechend reduziert sind.
- Versicherungsschutz: Eine Überschreitung der Achslast kann auch den Versicherungsschutz beeinträchtigen, da der Versicherer im Schadensfall eine Mitschuld des Fahrzeughalters anführen könnte.
Achslast – ein Fazit
Die Kenntnis und Einhaltung der Achslast sind entscheidend für die sichere Nutzung eines Anhängers. Durch sorgfältiges Wiegen und die Beachtung der Beladungsregeln kann nicht nur die Verkehrssicherheit erhöht, sondern auch die Lebensdauer des Fahrzeugs verlängert werden. Achten Sie beim Kauf eines Anhängers darauf, die Achslast in Ihre Überlegungen einzubeziehen, um eine sichere und effiziente Nutzung zu gewährleisten. Die Fähigkeit, die Achslast korrekt zu ermitteln und zu kontrollieren, ist ein wesentlicher Bestandteil verantwortungsbewusster Fahrzeugnutzung.
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