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Rillenkugellager & Co. – Wälzlager in Anhängerachsen verständlich erklärt

Achsen, Räder und Bremsen: Wenn man an die Technik von Anhängern denkt, kommen einem wahrscheinlich zunächst diese Worte in den Sinn. Dabei wird eine wichtige Aufgabe in Anhängerachsen auch von einem relativ unscheinbaren Teil übernommen – dazu gehören die Wälzlager. Klein und oft kaum sichtbar, sorgen sie dafür, dass sich die Achse leicht drehen lässt, Räder ruhig laufen und übermäßiger Verschleiß vermieden wird.

In diesem Beitrag erfahren Sie alles darüber, was Wälzlager eigentlich sind und zwischen welchen Lagertypen wie Rillenkugellagern oder Kegelrollenlagern unterschieden wird. So sind Sie bestens informiert, um das richtige Wälzlager für Ihren Anhänger auszuwählen.

Was sind Wälzlager?

Wenn es um Lagerarten geht, besteht in der Regel die Entscheidung zwischen Gleit- und Wälzlagern. Gleitlager funktionieren, wie der Name schon andeutet, durch das Aneinandergleiten von zwei Oberflächen, was durch einen Schmierfilm unterstützt wird. Bei einem Wälzlager wird die Reibung durch einen anderen Mechanismus reduziert – und zwar Rollen bzw. Kugeln. Diese werden auch Wälzkörper genannt, befinden sich zwischen einem Innen- und Außenring und leiten Bewegungen effizient weiter. Zusätzlich werden die Rollen oder Kugeln durch einen Käfig in ihrer Position gehalten.

Typen von Wälzlagern

Es gibt verschiedene Arten von Wälzlagern, die sich vor allem durch ihren Aufbau, insbesondere die Art der Wälzkörper, unterscheiden. Je nach Bauform eignet sich das Lager für unterschiedliche Lasten und Einsatzbereiche. Grundsätzlich wird zwischen Kugellagern und Rollenlagern differenziert.

Kugellager

Kugellager sind die weitverbreitetste Form der Wälzlager. Bei den eingesetzten Wälzkörpern handelt es sich um kleine Kugeln, die sich zwischen den Lagerringen befinden. Diese helfen dabei, Kräfte aus zwei Richtungen vorzunehmen: Radiallasten, durch das Gewicht des Anhängers, sowie Axiallasten, die häufig bei Kurvenfahrten entstehen. Der am weitesten verbreitete Kugellagertyp ist das sogenannte Rillenkugellager.

Rillenkugellager

Der Aufbau von Rillenkugellagern ist durch die Innen- und Außenringe gekennzeichnet, welche über spezielle Rillen verfügen. Diese ein bis zwei Rillen sind wie Spuren, durch die die Kugeln laufen können. Rillenkugellager sind kostengünstig und helfen gerade bei hohen Drehzahlen, Reibung zu reduzieren. Besonders häufig werden Rillenkugellager bei Pkws oder leichteren, ungebremsten Anhängern eingesetzt. Sie tragen hauptsächlich Radiallasten, sind allerdings komplizierter einzustellen und müssen regelmäßig gewartet werden. Bei Achsen, die besonders viel Gewicht halten müssen, reicht diese Form des Rollenlagers häufig nicht aus, weshalb Sie lieber Kegelrollenlager oder Kompaktrollenlager einsetzen sollten.

Dies sind weitere Kugellagerformen neben Rillenkugellagern:

Rollenlager

Die Wälzkörper der Rollenkugellager sind rollenförmig. Sie sind also keine Kugeln, sondern zylindrisch, kegel- oder nadelförmig. Diese Form ist ausschlaggebend dafür, dass mit Rollenlagern auch sehr schwere Lasten aufgenommen werden können. Im Gegensatz zu den kleinen Kugeln, wie sie auch in Rillenkugellagern verwendet werden, ist die Kontaktfläche der Rollen mit den Ringen größer, was die Tragfähigkeit stark erhöht. Durch die Neigung der Rollen können außerdem sowohl axiale als auch radiale Kräfte aufgenommen werden.

Kegelrollenlager

Für Achsen, die besonders hohe Lasten tragen müssen, wie etwa Lkw-Anhänger, landwirtschaftliche Achsen, aber auch Pkw-Achsen, sind Kegelrollenlager optimal geeignet. Kegelrollenlager verfügen über Wälzkörper in konischen Formen, die in unterschiedlichen Varianten montiert werden können. Verfügt das Kegelrollenlager über nur eine Rollenreihe zwischen Innen- und Außenring, können diese entweder in O- oder in X-Ordnung angeordnet sein. Während bei der O-Anordnung die Spitzen der Kegel nach außen zeigen, sind sie in der X-Ordnung zueinander angeordnet. Die letztere Anordnung nimmt besonders effizient Axialkräfte auf. Müssen sehr starke Kräfte aufgenommen werden, können auch zweireihige und in Ausnahmefällen vierreihige Kegelrollenlager eingesetzt werden. Bei normalen Pkw-Anhängern genügt jedoch meist der Einsatz einreihiger Kegelrollenlager.

Pendelrollenlager

Bei Pendelrollenlagern handelt es sich um Wälzlager, die über zylinderförmige Rollen verfügen. Diese sind winkelförmig angeordnet und können so auch Fluchtungsfehler ausgleichen, ohne das Lager zu beschädigen. Diese und ihre hohe Belastbarkeit machen Pendelrollenlager ideal für den Einsatz in der Schwerindustrie, etwa bei Baumaschinen oder Windkraftanlagen.

Weitere Rollenlagerformen:

  • Zylinderrollenlager
  • Nadelrollenlager
  • Axial-Rollenlager

Welche Wälzlager eignen sich für den Einsatz in Anhängerachsen?

Für die meisten Anhängerachsen sind Kegelrollenlager die beste Wahl, denn sie nehmen zuverlässig Radial- und Axiallasten auf und sind zudem langlebig. Die Lager sind in verschiedenen Modellen und Größen erhältlich und können daher für unterschiedliche Anwendungen und Achsen eingesetzt werden. Auch bei schweren Anhängern wie bei Lkws oder beim Flüssigkeitstransport garantieren Kegelrollenlager eine lange Lebensdauer. 

Manche ältere Anhängermodelle sind mit Kugellagern ausgestattet, die bei Verschleiß oder durch Schäden ausgetauscht werden müssen. Auch wenn sie tendenziell schwieriger einzustellen sind und aufwendiger gewartet werden sollten: Für geringe bis mittlere Lasten werden radiale Kräfte durch Rillenkugellager zuverlässig aufgenommen. Bei kleineren Pkw-Anhängern sind deshalb Rillenkugellager immer noch eine beliebte Lagerart, die in verschiedenen Anpassungen gekauft werden kann.

Andere Wälzlager wie etwa Pendelrollenlager oder Axial-Rollenlager können zwar sehr schwere Lasten aufnehmen, sind aber weniger für die höheren Drehzahlen der Räder und damit auch nicht für Anhängerachsen geeignet.

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